Es existiert eine enge Bindung zwischen der Familie Hillesum und dem Deventer Unterricht. Im Jahre 1924 zog die Familie nach Deventer um. Zunächst war Ettys Vater da Oberstudienrat und später wurde er Oberstudiendirektor des städtischen Gymnasiums. Dieses Amt hatte er bis zum Jahre 1940 inne: dann wurde er von der deutschen Besatzungsmacht im Rahmen der antijüdischen Maßnahmen seines Amtes enthoben.
Etty (Esther) Hillesum wurde am 15. Januar 1914 geboren in Middelburg. Sie ist 10 Jahre alt, als sie nach Deventer kommt. Sie besucht das städtische Gymnasium und 1932 fängt sie ihr Studium in Amsterdam an. Sie studiert da Jura und slavische Sprachen.
Zwischen den Monaten März 1941 und Oktober 1942 führt sie ein Tagebuch, in dem sie ihre persönliche Entwicklung beschreibt: später spielen Krieg und Judenverfolgung darin eine immer größere Rolle.
Im Juli 1942 reist sie nach Westerbork, um Hilfe zu leisten: als Mitarbeiterin des Judenrats ist es ihr gestattet, frei in den Niederlanden herumzureisen und sie kehrt mehrere Male nach Amsterdam zurück. Aus Amsterdam und Westerbork schreibt sie Dutzende von Briefen, in denen sie ergreifend ihre Erfahrungen beschreibt.
Etty Hillesum weigert sich, unterzutauchen und am 6. Juni 1943 reist sie wieder nach Westerbork, wo sich in der Zwischenzeit auch ihre Eltern und Brüder befinden. Am 7. September werden sie und ihre ganze Familie nach Auschwitz abtransportiert. Da stirbt sie am 30. November.
Zentral in den Briefen stehen die antijüdischen Maßnahmen und das Leben in Westerbork. Ihr Tagebuch beschreibt ausführlich die Entwicklung ihrer Persönlichkeit. Gerade die Tagebücher können für Jugendliche von großer Bedeutung sein, weil sie uns einen Einblick verschaffen im Ringen einer nach Balance in ihrem Leben suchenden jungen Frau. Jugendliche werden in den Tagebüchern vieles erkennen, womit auch sie sich auseinanderzusetzen haben
Sowohl ihr Leben als ihr Denken war unkonventionell und sie sprengte in ihrem Denken die damals herrschenden, gefestigten Denkmuster. Ihre Entwicklung zu einem sehr persönlichen Gottesbegriff durchbrach das traditionelle Bild jener Zeit vollkommen und macht sie damit sehr modern und zeitgemäß.
Youtube zeigt mehrere video's über Etty Hillesum. Der deutsche Künstler Roman Kroke hat, inspiriert von Etty's Tagebuch, Zeichnungen gemacht: http://www.youtube.com/watch?v=lgfrTIwz89g und Teil II: http://www.youtube.com/watch?v=MAP14fWfdks. Auch Leonie Snatager hat ein Video hergestellt: http://www.youtube.com/watch?v=xpgvYmuMZjI
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